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Amstel Gold Race Jedermanntour

Von Oliver Nolte 16.04.16

Nachdem ich die Teilnahme an der geliebten Flandern Rundfahrt leider krankheitsbedingt absagen musste, machte ich mich am zweiten April Wochenende auf den Weg nach Valkenburg. Die Vorfreude auf die 240km Langstrecke war groß, auch wenn die Wettervorhersage nicht zu viel Gutes versprach. Nach einer leckeren niederländischen Stärkung am Vorabend ging es um sechs Uhr morgens zum Start nach Valkenburg. Die Straßen waren trocken und das Wetter schien zu halten. Nur die einstelligen Temperaturen waren nicht sehr einladend.

Um 6:30 Uhr fiel der Startschuss am Amstel Gold Race Xperience Centre. Das Starterfeld auf der Langdistanz war übersichtlich und es ging gemütlich los. Ich konnte mir zu diesem Zeitpunkt nicht annähernd vorstellen, was sich zwei Stunden später auf den Limburger Straßen abspielen sollte. Ich rollte locker im Windschatten mit und versuchte mich vor dem jetzt bereits stark blasenden Wind zu schützen. Es ging wirklich kreuz und quer durch kleine Straßen, Radwege, Feldwege, steile Rampen, rasende Abfahrten und über Kopfsteinpflaster. Man musste bei dieser echt wirren Streckenführung ständig auf der Hut vor der nächsten Richtungsänderung oder den überall lauernden Fahrbahnteiler und Fahrbahnschwellen sein. Ich befand mich Anfangs in einer Gruppe, in der die kleinen Hügel ohne Rücksicht auf Verluste gefahren wurden. Trotzdem schnatterten zwei Franzosen unentwegt! Oben angekommen, blies der Seiten oder Gegenwind so stark, dass anständig gekreiselt werden musste. Ich dachte mir: „ Mal schauen wie weit ich bei dieser Fahrweise komme….genug Gels habe ich ja :-)“. Nach zwei Stunden befanden sich nun auch die Radler der kürzeren Distanzen auf der Strecke und es war sehr voll. Stellenweise fast zu voll und man musste sich lautstark seinen Weg durch die wie an der Perlenkette aufgezogenen Gruppen bannen. Nachdem ich für ne gute Stunde alleine Gas gegeben und mehrere Gruppen gezogen hatte, war nach 5 Stunden der Tempo Ofen aus. Gute 80km standen jetzt noch an, die ich gemütlicher angehen musste. Da manche Streckenabschnitte doppelt und dreifach gefahren werden mussten, fragte ich mich manchmal: „Hier war ich doch schon einmal. Bin ich falsche abgebogen?“ Genau aus diesem Grund verpasste ich einen Abzweig und befand mich viel näher am Ziel als ich eigentlich wollte.

Nach 196km war ich im Zentrum von Valkenburg angekommen und der steile Cauberg lauerte. Ich schleppte mich mit dem letzten Druck, den ich noch hatte auf das Plateau und rollte die übrigen flachen 2km bis in Ziel. Somit hatte ich unfreiwillig die 200km Runde absolviert, war in diesem Moment aber gar nicht so traurig darüber, da nun das Wetter umschlug und es zu dem heftigen Wind noch sehr nass wurde. Also schnell zum Auto und ab unter die Dusche.

 

Am Sonntag stand das Rennen der schnellen Jungs an.

Meine Marschtabellennavigatorin und ich pilgerten wie weitere Tausende zum Markplatz nach Maastricht, wo der Start des Profirennens erfolgte. Nach der üblichen Materialgafferei ging es nach dem Startschuss mittels Straßenkarte und Marschtabelle zu ausgewählten Streckenpunkten. Das Wetter war schön sonnig und es ließ sich wunderbar flanieren! Als das Ziel näher rückte, fuhren wir mit einigen sehr heftigen Schauern nach Valkenburg, um uns am Cauberg zu verpflegen. Das Leiden der Profis am finalen Anstieg war mit Fritten köstlichst zu verfolgen, obwohl am Beginn des Anstiegs eine bedenkliche niederländische Ballermannstimmung herrschte :-)

Nächstes Frühjahr versuchen wir uns einmal auf dem Pavé im Osten Frankreichs….vielleicht finden sich ja noch Vereinsmitstreiter ;-)

Ollis Streckenaufzeichnung bei Strava hier....

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