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24-Stunden-Rennen in Chemnitz

Am Freitag, den 18.06.2010 haben wir, Freddy und ich (Nico), uns zu unserem ersten 24 Stunden Rennen aufgemacht. Nach einer langen Anreise in den tiefen Osten, bis kurz vor Chemnitz, bauten wir unser Lager für die nächsten zwei Tage auf.

Kaum waren wir angekommen, kamen wir auch schon in Kontakt mit einer anderen Kultur, unsere Nachbarn fragten, im tiefsten sächsischen Dialekt ob sie ihr Pavillon bei uns mit auf der Platz stellen konnten. Freddy und ich haben nach dem Gespräch sofort angefangen zu lachen. Am nächsten Morgen ging es gleich weiter als andere Nachbarn ihr Zelt aufbauten. Was der eine genau gerufen hat weiß ich nicht mehr, aber es müsste „Wo sind denn die „Heeraringe“, gewesen sein. Er meinte natürlich auf Hochdeutsch „Heringe“. Dies sind nur zwei Beispiele für unsere Lach-Flashs aufgrund der „kulturellen Unterschiede“ während dem Wochenende.

Am Samstagmorgen sind wir dann gemeinsam die Strecke einmal abgefahren, und waren beide begeistert von der etwa 8,8 km langen und mit 125 Hm gespickten Runde, welche es in den nächsten 24 Stunden Runde um Runde zu bewältigen galt. Die Strecke versprach auch nach vielen Stunden mit ihren vielen schnellen Singletrails nicht langweilig zu werden.

Dann war es endlich soweit um Punkt 12 Uhr fiel dann der Startschuss zum Heavy 24, Freddy fuhr als erster, wir hatten beschlossen das jeder drei Runden fahren würde und wir dann tauschen würde.

Freddy legte ein beachtliches Tempo vor, und so stand der erste Fahrerwechsel schon nach etwa 50 Minuten an. Ich sprang nach erfolgreicher Weitergabe des Staffelbandes auf mein Rad und startete in meine Erste von vielen Runden, welche noch folgen sollten. Im Renntempo flog ich über die Trails und war erschrocken wie schnell der Kurs doch war. Ich war froh auf meinem Epic unterwegs zu sein, mit dem die Trails wahrscheinlich doppelt so viel Spaß machten als auf einem Hardtail, mit dem sich Freddy quälen musste ;)

Da wir beim Wechsel so wenig Zeit wie nur möglich verlieren wollten übergaben wir unsere Räder einem unserer Betreuer und liefen zum Teampartner um ihm das Staffelband weiterzureichen.

Wir fanden unseren Rhythmus und es lief echt gut, wir fuhren beide sehr konstante und gleichwertige Rundenzeiten und nach etwa zwei Stunden standen wir schon auf dem vierten Rang in der Herren Zweierwertung.

Dann passierte es, nachdem ich mal wieder an der Reihe war, spurtete ich los wollte auf das große Kettenblatt schalten und Zack fiel die Kette runter. Schnell runtergeschaltet um die Kette wieder aufs Kettenblatt zu bekommen. Doch dann ging gar nichts mehr, also einen kleine Zwischensprint eingelegt und zurück zur Wechselzone, Freddy aus seiner eigentlich verdienten Pause zurück auf die Strecke geholt.

Aber zum Glück war alles nur halb so schlimm und der Fahrradservice vor Ort konnte meinen Umwerfer schnell wieder richten, so dass ich sofort wieder weiter fahren konnte.

So langsam wurde es Abend und immer kälter und es folgte eine Überraschung; wir lagen auf dem zweiten Platz! Wir machten uns noch nicht allzu große Hoffnungen denn es folgte ja noch die Nacht, in der noch eine Menge passieren konnte.

Während unserer Pausen versuchten wir so viel wie möglich zu Essen und zu Trinken und vor allem uns Warmzuhalten, inzwischen saßen schon eine Menge der Fahrer eingewickelt in Decken in der Wechselzone, das muss ein Bild gewesen sein….

Wir starteten gut in die Nacht und die Trails verlangtem einem in der Dunkelheit wirklich alles ab. In meiner zweiten Nachtfahrt versagten am Ende der zweiten Runde meine Akkus, es ist mir bis jetzt noch immer ein Rätsel warum, aber es war nun mal so, also fast im Blindflug über die Strecke. Ich war froh, als ich endlich die Wechselzone erreichte.

Sofort fragte ich bei unseren Camp Nachbarn nach einer Lampe, die hatten auch keine mehr. Dann fiel mir das Team Schauinsland ein, welche auch am Start waren, dort bekam ich dann neue Akkus für meine Lampe. Noch mal schnell zum Auto was Essen und Trinken, da kam Freddys Mutter angelaufen. Freddys Licht war auch ausgefallen (der verrückte Kerl ist fast eine gesamte Runde ohne Licht gefahren), ich weiß absolut nicht wie er das heile geschafft hat… Naja ich schnell aufs Rad und los! Nochmals ein großes Dankeschön an die Jungs vom Team Schauinsland für die Akkus!

Durch diesen ganzen Stress kamen wir beide kaum dazu uns ein wenig auszuruhen und so bekamen wir beide in den frühen Morgenstunden Magenkrämpfe und hatten unseren absoluten Tiefpunkt.

Als dann die Sonne endlich wieder raus kam ging es sofort wieder besser, unsere Rundenzeiten wurden besser und wir lagen immer noch auf dem Zweiten Gesamtrang, inzwischen auch schon mit einer Runde Vorsprung.

Morgens fing dann das Rechnen an. Wie oft muss man noch raus auf die Strecke, nur noch dreimal, dann nur noch zweimal, aber halt es waren ja immer noch knapp 6 Stunden.

Der Vormittag verlief sehr gut für uns, wir fuhren in etwa die gleichen Zeiten wie das auf dem dritten Platz liegende Univega Pro Cycling Team, und so wurde uns auch langsam klar das wenn jetzt nichts mehr schief gehen würde wir den zweiten Platz sicher hatten…

Auf einmal rief Uwe Seidel an und wünschte uns noch mal Glück für die letzte Stunde, vielleicht gab das dann auch noch mal die Motivation für ein paar schnelle Runden.

Während Freddys letztem Block rief er mir nach seiner ersten Runde in die Wechselzone zu, dass er nach seiner zweiten Runde tauschen wollte.

So tauschten wir noch einmal und ich fuhr eine schnelle Runde um ihn dann auch noch mal auf die Piste zu schicken. Noch knapp 25 Minuten bis Zwölf, wir hofften alle, dass er es noch vor Zielschluss in die Wechselzone schaffte, damit ich noch eine Runde fahren konnte. Als weniger als 5 Minuten geblieben waren, stürmte Freddy in die Wechselzone und ich durfte dann noch unsere letzte schnelle Runde fahren.

Nach einer Gesamtzeit von 24 Stunden 23 Minuten und 13 Sekunden überquerte ich glücklich aber auch sehr müde die Ziellinie. Wir hatten es wirklich geschafft!

Jeder von uns ist 38 Runde gefahren, was eine Gesamtkilometerzahl von ca.669 Km und 9500 Höhenmetern ergibt, und für jeden persönlich 334 Km bedeuten.

Müde aber froh ohne Stürze und größere Defekte gehabt zu haben konnten wir dann stolz das Treppchen bei der Siegerehrung besteigen!

Auf jeden Fall war es ein einzigartiges Erlebnis, Teil eines solchen Events zu sein. Die Stimmung in der Wechselzone und auf der Strecke kann man gar nicht beschreiben, ich denke jeder der bei einem 24 Stunden Rennen schon mal dabei war weiß, wovon ich rede, daher wird es bestimmt nicht das letzte 24 Stunden Rennen für uns gewesen sein!

Gruß Nico

 

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